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Kapelle

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Die wesentlichen Angaben zur Kapelle beziehen sich erstens auf die Chronik, die Georg Steffel und Hubertus Lindner anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Leupser Kapelle zusammengestellt haben, zweitens auf die Geschichte der Pfarrei Büchenbach, die der gebürtige Leupser Georg Steffel verfasst hat, und drittens auf Aufzeichnungen der Mesnerin Elisabeth Lindner.

In dem schmucken, reizvollen Ort Leups liegt beherrschend in der Ortschaft die dem Heiligen Joseph geweihte Kapelle. Auf dem Kapellenplatz verleihen die alten Lindenbäume vor dem Kirchlein und das etwa vier Meter hohe Kreuz mit einem 1,60 m großen Christuskörper dem Ort Leups ein prägendes Erscheinungsbild.

Über der Eingangstür an der Ostseite befindet sich die Jahreszahl 1789, welche das Jahr der Erbauung belegt. Man geht davon aus, dass die heutige Ortskapelle von Leups zumindest eine Vorgängerin hatte. Dies resultiert aus einem Schreiben des Lindenhardter Richters Valentin Franz Streit vom 11. April 1739, also 50 Jahre vor der Erbauung der jetzigen Kapelle. In dem Schreiben wird ein Uhrrichter erwähnt. Vermutlich war der Betreuer der Turmuhr, die der Gemeinde gehört hat, damit gemeint.

Die jetzige Leupser Kapelle erhielt am 23. August 1896 durch den damaligen Pfarrer von Büchenbach, Johann Schenk, die Benediktion (kirchliche Weihe). Aus den Beiträgen der Gemeindemitglieder wurde die heutige Leupser Kapelle erbaut. Ein Stiftungsfonds sei nicht vorhanden; die Gemeinde so teilte der damalige Büchenbacher Pfarrer Peter Metzner am 1. Oktober 1839 dem Erzbischöflichen Ordinariat in Bamberg mit, habe die Baulast zu tragen.

Weil die Kapelle nicht die erforderliche Weihe besaß, konnte bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der Leupser Kapelle keine Heilige Messe gefeiert werden. Der Privatier Philipp Peter aus Leups, der am 9. Oktober 1894 gestorben ist, brachte die Wende. Dieser bestimmte in seinem Testament, dass der Leupser Kapelle 1200 Mark zufließen sollen, unter der Bedingung, dass sie innerhalb von zwei Jahren eingeweiht, ein Engelsamt aus den Kapitalzinsen gehalten und eine Glocke mit dem Namen des Stifters angeschafft wird. Zur Beschaffung von Paramenten habe der Rest des Stiftungsgeldes zu dienen.

Die Kammer des Innern der Königlichen Regierung von Oberfranken genehmigte am 9. März 1895 im Einverständnis mit dem Erzbischöflichen Ordinariat in Bamberg die Stiftung des Engelamtes in der Leupser Kapelle mit einem Kapital von 550 Mark. Von den Zinsen, die mit vier Prozent angesetzt wurden, sollten der Pfarrer 6,50 Mark, der Schullehrer als Mesner 3,50 Mark und die Ministranten eine Mark bekommen.
Der Rest des Geldes war laut Verfügung des Ordinariats am 14. März 1895 als Entschädigung für Wachs, Wein und Weihrauch zu verwenden. Mit der Annahme der Stiftung des Engelamtes war praktisch die Erlaubnis zur Einweihung der Kapelle verbunden. Durch den Pfarrer von Büchenbach Johann Schenk - mit erzbischöflicher Genehmigung - wurde vermutlich die Zeremonie ausgeführt.

Das Bezirksamt Pegnitz stimmte am 19. Mai 1896 dem beantragten Anbau einer Sakristei an der Kapelle zu. Im gleichen Jahr dürfte auch ein Harmonium für die Filialkirche der Pfarrei Büchenbach gekauft worden sein. Der ledige Leupser Bauer Georg Funk beauftragte im gleichen Jahr auf dem Sterbebett seinen Vetter Georg Maier in Bodendorf, in seinem Namen einen Kreuzweg in der Kapelle anzuschaffen. Bei dem heute vorhandenen Kreuzweg dürfte es sich auch um den von Georg Funk gestifteten handeln. Im Archiv des Erzbistums Bamberg ist für den 26. September 1897 die Einweihung eines Kreuzwegs in Leups durch den Konvent von Gößweinstein bekundet.

Eine zweite Glocke für die Kapelle wurde im Jahr 1928 von den Leupser Ortsbewohnern finanziert.

Georg Steffel und Hubertus Lindner beschreiben in ihrer Chronik auch die Architektur des sechseckigen Baues. Die Außenfassade ist durch Ecklisenen gegliedert. Den Turm bildet ein achteckiger geschieferter Dachreiter. Der Chorraum ist durch flache Wandpfeiler mit profilierter Deckplatte markiert. Besonders markant und augenfällig: der Spätrokokostuck aus dem Jahr 1790, der die Flachdecke ziert. In der Mitte befindet sich das Auge Gottes auf einem Strahlenkranz, von vier Engelsköpfen umgeben. Der Trockauer Stuckateur Johann Gerstendörfer führte die Arbeiten aus.

Der Altar stammt aus der Zeit um 1740 und soll eine Spende des Klosters Michelfeld sein. Wahrscheinlich ersetzte er einen einfachen „Sandsteinaltar“.

Das Altarbild stellt den Tod des Heiligen Joseph dar. Darüber befindet sich zwischen Voluten ein Ölbild, das den Heiligen Benedikt mit der Weltkugel zeigt. Seitlich stehen die Holzfiguren des Heiligen Joseph und des Heiligen Joachim. In einem dreiteiligen, vergoldeten Rokokotabernakel ist ein Vesperbild aus dem 18. Jahrhundert aufgestellt.


Als eine Kostbarkeit der Leupser Ortskapelle gilt ein zirka 75 cm großes vergoldetes Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert. Die seitlich auf einem Wandpfeiler thronende Muttergottesfigur stammt aus der Werkstatt der Pottensteiner Bildhauer Bernhard Häußler und Konrad Schleunig. Das Vortragekreuz auf dem gegenüberliegenden Wandpfeiler wurde für ein weitaus wertvolleres Kruzifix mit Reliquienbehälter, das in der Büchenbacher Pfarrkirche aufbewahrt wird, angeschafft.

Die bauliche Entwicklung der Ortskapelle in diesem Jahrhundert ist gekennzeichnet durch mehrmalige Renovierungen und die Neugestaltung des Kirchplatzes. Aus den 20er Jahren wird bereits berichtet von einer Innenraumrenovierung. Zu dieser Zeit trugen die auf den Säulen sitzenden Engel noch ein goldenes Band, das girlandenartig über den Altar geführt wurde. Nach der Instandsetzung war das Goldband unauffindbar; die Engel sitzen seither mit leeren Händen auf dem Altar.

Einen neuen Außenputz und eine neue Empore erhielt die Ortskapelle 1955. Anlässlich des 25- jährigen Priesterjubiläums vom damaligen Pfarrer Joseph Bauer wurde von den Leupsern 1956 auf seine Veranlassung als Geschenk für ihn eine weitere Glocke, dem St. Joseph geweiht, angeschafft. Die vorherige zweite Glocke wurde für Kriegszwecke im Zweiten Weltkrieg abgeholt und verwendet. Im Jahre 1965 erwarb man käuflich die kostbaren Krippenfiguren mit Stall von der Firma Kuolt.

Mit einer grundlegenden Restaurierung der gesamten Kapelle unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Karl Lindner wurde 1977 begonnen. Die Innenwände und der Boden wurden neu isoliert und ein Marmorboden ersetzte den alten Fliesenbelag. Damals wurde im Zuge der Dachstuhlsanierung auch der Turm renoviert und mit Kupferblech verkleidet. Ein elektrisches Läutwerk für die Glocken wurde angeschafft. Bis dahin hatte der Mesner Georg Brendel die Glocken geläutet. Schadhafte Teile des Kapellendachstuhls wurden ausgebessert, das Dach wurde neu eingedeckt, die Fassaden restauriert, die Mauern entfeuchtet und der Eingang überdacht. Die Dorfbewohner leisteten freiwillig rund 750 Arbeitsstunden und jede Familie gab zusätzlich eine Spende von 700 DM .


Die Rechtlergemeinschaft unter Vorsitz von Hans Lodes stellte das Bauholz zur Verfügung. Die Renovierung verursachte Kosten in Höhe von 100 000 DM.

Die Außenanlage mit den dominierenden Lindenbäumen wurde neu gestaltet.


Im Jahre 1981 wurde das etwa vier Meter hohe Kruzifix mit dem 160 cm großen Christuskörper, das ursprünglich zwischen den beiden Linden am Kapelleneingang aufgerichtet war, ein Stück weiter nach Norden versetzt und so gedreht, dass die Vorderseite nach Süden zeigt. Die bereits erwähnten Chronisten vermuten, dass dieses große Kruzifix bei Pfarrwallfahrten an Bitttagen, von denen eine von Büchenbach nach Leups führt, eine besondere Aufgabe für die Gläubigen erfüllte, die in der kleinen Kapelle keinen Platz mehr fanden.

Zum 200-jährigen Jubiläum im Jahre 1989 erfolgte eine weitere Verschönerung der Kapelle. Die Decke, die Altarbilder wurden dabei renoviert und die Wände, Fensterrahmen und Türen erhielten einen neuen Anstrich. Außerdem wurde eine neue Kirchturmuhr mit Zifferblatt im Rahmen der Dorferneuerung angeschafft. Es entstanden Kosten von rund 30 000 DM.

Am 28. Mai 1989 wurde ein Festgottesdienst mit dem Pfarrer Franz Reus gefeiert. Die herkömmliche Bittprozession (zum 1. Mai) wurde auf diesen Tag verlegt. Eine Reihe von Ehrengästen und die Ortsbewohner waren anwesend. Die Mesnerin Frau Elisabeth Lindner bedankte sich bei Pfarrer Franz Reus, Erstem Bürgermeister Manfred Thümmler, allen Stadträten für die Unterstützung zur Renovierung der Kapelle und besonders bei den Ortsbewohnern.


Für die Ortskapelle wurden 1991 die Kniebankauflagen, gespendet von Georg Loos (nur der Überzugsstoff wurde bezahlt))angeschafft. Die neue Ahlbornorgel, die das Harmonium ersetzte, wurde auf der Empore aufgestellt und wird im Gottesdienst nun von der Organistin Tanja Spieler gespielt.

1992 wurde der Kauf des Vortragskreuzes getätigt, das in der Sakristei seinen Platz hat. Im Jahre 1994 stellte man den neu gekauften Osterleuchter mit der Aufschrift „Jesus lebt –Halleluja“ in Altarnähe auf. Zudem wurden Kerzenständer für den Altar besorgt. Im Jahre 1998 baute man neu die Sakristei an und diese wurde feierlich durch Kaplan Andreas Hornung eingeweiht. Im Innern der Kirche wurden 2002 zwei Statuen, die Hl. Maria und der Hl. Johannes, die der Holzschnitzer Julian Bittermann aus Bindlach anfertigte, angeschafft.


Im Jahre 2003 stand vor allem die Neugestaltung der Außenanlage und die Renovierung des Kruzifixes auf der Tagesordnung. Freiwillige Helfer aus der Ortschaft arbeiteten kostenlos mit, um den Kapellenplatz zu verschönern.

Hinweis:

In der Leupser Kapelle findet alle 14 Tage, jeweils am Freitag ein Gottesdienst statt. Im Sommer wird der Gottesdienst um 19.00 Uhr und im Winter um 18.00 Uhr gefeiert. Im Monat Mai gedenken die Ortsbewohner der Brandkatastrophe von 1952.


Das Patronatsfest (Hl.Joseph) wird am 19.März gefeiert. Am ersten Sonntag im September (Kirchweih in Leups) findet traditionell der feierliche Festgottesdienst statt.


© Leups, den 4. April 2004, bearbeitet von Otto Spieler  

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