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Ortsgeschichte

(aus: Georg Steffel: "Das Dorf Leups") 

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Leups liegt am Ostrand der Fränkischen Alb. Diese wurde schon früh besiedelt. Die Gegend an der Püttlach mit ihren Talrandhöhlen gehörte in der Steinzeit zu den am dichtesten bewohnten Gebieten Deutschlands.
 
Etwa zwischen 570 und 620 nach Chr. dürften sich im unteren Teil der heutigen Ortschaft Leups slawische Siedler niedergelassen haben. Dass es Slawen waren, ergibt sich aus dem Ortsnamen, der slawischen Ursprungs ist (slawisch: ljubu=lieb, liebliche Stätte). Wahrscheinlich war es eine recht kleine Ansiedlung, bis etwa zu Beginn des 12. Jahrhunderts ein überwiegend fränkisches Dorf entstand.

Urkundlich erwähnt wurde die Ortschaft Leups erstmals 1280 im Saalbuch Ludwigs des Strengen. Als am 12. Februar 1373 zwischen Ott Eber, dem Sohn des Eberhard Eber, und Ott Eber, dem Sohn Heinz Eber, ein Lehensstreit zu schlichten war, wurden erstmals die Namen "Oberleibs" und "Niederleibs" genannt. Damit waren ohne Zweifel die Eisenhämmer Oberleups und Unterleups gemeint.

In der Literatur wurde Leups sogar als ein Doppeldorf, bestehend aus Oberleups und Unterleups, bezeichnet. Ein solches war Leups aber nie. Zu dem Hammerwerk Oberleups gehörte eine gewisse Zeit lang noch ein kleines Anwesen. Der Freiherr Groß von Trockau hatte nördlich des Hammers und jenseits des alten Laufes der Fichtenohe einen Kleinbauern angesiedelt. Das Anwesen wurde das "Reffträgergütlein" genannt. Der Bayreuther Markgraf trennte es am 30. Dezember 1667 durch den Verkauf von dem Hammerwerk. Damit bestand das eigentliche Oberleups nur noch aus einem einzigen Anwesen.

Der Eisenhammer Unterleups (jetzt: Kotzenhammer) trug im Laufe seiner Geschichte verschiedene Namen. Die Bezeichnung "Unterleups" war jedoch wegen der Lage unterhalb des Dorfes Leups sehr treffend. Die Ansiedlung bestand zeitweise aus mehreren Anwesen mit zusammen 5 Wohngebäuden. Kotzenhammer hatte 1831/40 insgesamt 30, 1860/68 noch 13 und 1910 nur noch 7 Einwohner.

Die Ortschaft Leups hat sich offensichtlich von Osten nach Westen entwickelt. Aus noch vorhandenen Unterlagen ist ersichtlich, dass es am 15. Mai 1848 in Leups nur 3 ganze Höfe gab. Sie lagen im östlichen Teil des Dorfes. Im nördlichen Ortsteil befanden sich die kleinen Anwesen. Es fällt auf, dass zu den größeren Anwesen auch die besten Grundstücke gehörten. Das lässt ebenfalls darauf schließen, dass diese Höfe zu einer Zeit entstanden, in der sicher der Bauer noch die Grundstücke, die er urbar machen wollte, aus dem Gemeindegrund aussuchen konnte.

Der ursprüngliche Verlauf der Dorfstraße ist auch heute noch erkennbar. Während sich die Häuser im unteren Dorfteil in annähernd gleichem Abstand von der Südseite der Straße hinziehen, weicht die Baulinie etwa von der Kapelle an auffällig in südlicher Richtung zurück. Sie folgt damit offensichtlich dem ursprünglichen Straßenverlauf. Dies ist umso mehr anzunehmen, als die Kapelle nicht parallel zur heutigen, sondern zur vermuteten früheren Straßenführung steht.

Die Straße von Pegnitz nach Leups verlief, wie aus einer Karte des Oberamtes Pegnitz aus dem Jahre 1754 ersichtlich ist, damals über Buchau und Lehm durch das Aichig. Dort zweigte ungefähr auf der Linie Wolfslohe-Büchenbach ein Weg in Richtung Kotzenhammer ab. Von dort führte ein Verbindungsweg nach Leups.

Der Bau der Straße Pegnitz-Trockau über Scharthammer, Wolfslohe, Kotzenhammer und Leups wurde am 24.Januar 1870 vom Distriktausschuss Pegnitz beschlossen. Doch schon vor diesem Zeitpunkt war die Leupser Dorfstraße - wie aus einer alten Karte ersichtlich ist - auf die jetzige Linie verlegt.

Die Dörfer Leups und Bodendorf wurden nach der Verordnung über die Gemeindebildung vom 28.Juli 1808 zu einer Gesamtgemeinde zusammengelegt, um die Mindestanzahl von 250 Seelen zu erreichen. Die Haidmühle, Scharthammer, Wolfslohe, Kotzenhammer und Leupser Mühle bildeten eine eigene Gemeinde. Die Leupser Mühle, der frühere Eisenhammer Oberleups, wurde 1812 in die Ortschaft Leups einbezogen.

Das Steuerdistrikt Leups bestand aus dem Dorf Leups mit 26 Häusern und 29 Familien, dem Dorf Bodendorf mit 14 Häusern und 16 Familien und der Einöde Leupser Mühle mit 1 Haus und 1 Familie.

Die Einführung der Hausnummern erfolgte in Leups und Umgebung anscheinend um Beginn des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1808 wurden für Leups nachweislich schon Hausnummern verwendet. Für die Nummernfolge dürfte die Höhe des damaligen Steueraufkommens maßgebend gewesen sein, so dass das Anwesen mit dem höchsten Steuerbetrag an erster Stelle stand.

Nach der Eingemeindung in die Stadt Pegnitz erfolgte eine neue Numerierung der Hausnummern.

Am Samstag, den 3.Mai des Jahres 1952 wurde Leups von einem verheerenden Brand heimgesucht. Die ganze westliche Dorfhälfte wurde bis auf drei Gebäude zerstört. Ursache war ein Blitzschlag gewesen, der ungefähr um 17 Uhr im Anwesen der Familie Schwindel (Hausname Schmellerer) einschlug. Es setzte sich aufgrund des dorfaufwärts wehenden Windes ein Flammeninferno in Gang, das an der Südwestseite des Dorfes entlang zog und dem schließlich acht Scheunen ganz zum Opfer fielen. Zwei Häuser brannten vollständig, weiterezwei Häuser zum Teil ab.

Wie aus dem Protokoll vom 15. Dezember 1814 auch hervorgeht, waren damals die Häuser in Leups nahezu alle aus Holz gebaut und hatten nur ein Erdgeschoß. Heutzutage bestimmen moderne Wohnhäuser das Dorfbild. Das zuletzt errichtete Gebäude ist das neue Feuerwehrhaus mit Gemeinschaftsraum. Es trat an die Stelle des 1961/62 erbauten Mehrzweckgebäudes und konnte gerade rechtzeitig zum 100 jährigen Jubiläum der FFW Leups im Jahre 1995 fertiggestellt werden.

Mittlerweile besitzt Leups, das sich durch die Erschließung des Neubaugebietes im oberen Ortsteil (Richtung Bodendorf) flächenmäßig vergrößerte, ca. 190 Einwohner und ist Teil der Stadt Pegnitz mit ca. 15200 Einwohnern. 

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